Monat: August 2018

Marionette

Wenn ich so nach oben schau,
wird mir langsam klar,
dass ich eine Puppe bin,
und immer auch schon war.

Ich tanze, wenn man es befiehlt,
und spring nach Meisters Hand,
bin Sklave meines Fadenziehers,
geb mich her als kleinen Pfand.

Und manchmal wenn ich nachts wach werd,
versuche ich zu fliehen,
doch dann beginnt mein Herr so schnell,
die Fäden neu zu ziehen.

Der eine, der hat Mitleid,
er sieht mich als gefangen,
ein andrer Mann der will,
an meine statt gelangen.

So tanze ich und hör nicht auf,
so ist es vorgesehen,
ich mache es, nehm es in kauf,
so wird es immer weitergehen.

Und wenn ich will allein,
meinen Weg beschreiten,
dann träume ich vom Fadenriss,
mich in die Ferne gleiten.

Das innere Kind

Mein Auge, mein Auge,
es zuckt und es brennt,
so weich ich zurück,
eine Linie uns trennt.

Mein Arm, mein Arm,
pulsiert und ist warm,
so lass ihn doch los,
ich erröte vor Scham.

Mein Haar, mein Haar,
weht gerade im Wind,
es kommt grad heraus,
das innere Kind.

Melancholie

Verstehe sie,
Melancholie,
tastet sich heran,
und tut, was immer sie kann,
deine Haut wird nun bewohnt,
von Kribbeln, leis betont,
das zarte Zittern deiner Hand,
erst fremd und dann bekannt,
so leg dich hin, erlebe sie,
diese erste Melancholie.

In der Ferne

Im Dunkel dieser einen Nacht
reicht ein Blick zum Mond.
So ist das, was ich dort seh‘
eine Ansicht, die sich lohnt.

Wolken sind erkennbar,
unendlich weit entfernt.
Wir sind nur ganz winzig,
das habe ich gelernt.

Fasziniert vom Sternenhimmel
fern von unsrer Welt,
ist diese eine Nacht
eine Nacht, die mir gefällt.

Geprägt

So schauen wir doch zurück
und das eine Auge lacht
und das andere Auge weint
doch das ist unser Weg,
der gestern mit heute vereint.

Was auch je gewesen ist
und alles, was uns heute prägt,
zeigt ganz und gar, wer du doch bist,
die Zeit nicht immer einfach ist.

Ob alles, was wir je erlebt
seinen guten Ausgang hat,
bestimmen wir nun ganz allein,
so werden wir erwachsen sein.

Lasst uns froh sein, dass die Welt
uns nicht immerzu missfällt
und dass wir wirklich viel gelernt,
sodass das Glück nicht weit entfernt.