Gedichte

Das Netz

Ich muss dir zeigen, was ich tue,
du musst es sehen,
und erst wenn dein Daumen hoch geht,
war es schön.

Wo ich war am heutigen Tag,
ich zeig es dir.
Du sollst es wissen,
auch wenn du fragst, wofür.

Und was es heut zum Essen gab,
davon gibt’s ’n Bild,
schau es an und find es gut,
bis dein Aug‘ anschwillt.

Heute schrieb ich: „Mir geht’s schlecht“,
du hast nichts kommentiert,
nun weiß ich, wie es ist,
wenn man ’nen Freund verliert.

Tief

Säubere dein inneres Haus nur leicht,
und die Fugen, sie bleiben gleich.
Dringst du stattdessen tiefer ein,
könnte der Anblick erschreckend sein,
doch erst dann wird auch im tiefsten Dunkeln
ein Schimmer neuer Farben funkeln.

Von der Sinnigkeit

Allem einen Sinn willst geben,
musst dann oft im Dunkeln leben.
Denn Sinnigkeit erfordert Zeit,
erfordert Denken und Geleit,
erfordert Sehen und Erkennen,
während Zeiger zeitgleich rennen.
Frag dich am End: War’s mir das wert?
Die Suche oft vom Leben zehrt.

Der Weg

Spüre ihn,
den Weg dorthin,
und über dir das Ziel.
Gehe leis,
Schritt für Schritt,
gewinnen kannst du viel.

Fließe nun,
mit deinem Strom,
mit dem du dich vereinst.
Genieße dann,
was du geschafft,
damit du nicht mehr weinst.

Das Spiel

Zu abendlicher Stunde,
bin ich wieder Kind,
ein Held oder auch Bösewicht,
in Höhlen sorge ich für Licht,
und aufhörn, nein, das will ich nicht,
doch Zeit vergeht geschwind.

Weitergehen

Entdecke die Welt wie ein kleines Kind,
damit von außen her nichts verschwimmt,
und wenn du fällst und siehst zu den Sternen,
ist es an der Zeit das Aufstehen zu lernen.