Niemand

Lilli war völllig durchnässt, als sie nach Hause kam. Zwar liebte sie den Regen, doch das war auch ihr zu viel des Guten. Während sie die Haustür hinter sich schloss und ihre Schuhe auszog, bemerkte sie bereits den Geruch von Bier, Zigaretten und Schweiß, der aus dem Wohnzimmer kam. (mehr …)

Der Parasit

Der Teufel grinste, fletschte die Zähne. Dann gab er mir eine Ohrfeige. Mit triefendem Mund flüsterte er mir ins Ohr: „Ich habe ein Geschenk für dich. Und es wird dich dein Leben lang begleiten. Ich wünsche dir nur das Beste, mein Freund.“ (mehr …)

Der Weg

Spüre ihn,
den Weg dorthin,
und über dir das Ziel.
Gehe leis,
Schritt für Schritt,
gewinnen kannst du viel.

Fließe nun,
mit deinem Strom,
mit dem du dich vereinst.
Genieße dann,
was du geschafft,
damit du nicht mehr weinst.

Ein kurzer dumpfer Moment

Der Saal war prall gefüllt, das Stück auf der Bühne in vollem Gange. Gebannt versank die Menge im fiktiven Spiel, das die Bühne leben ließ. Es entstanden zwei Welten: die der stillen Beobachter im dunklen Raum und die der farbenfrohen Lebendigkeit im Schein der Werfer. Bis zu dem Moment, als jemand in der Dunkelheit die Seiten wechselte und lebendig wurde. (mehr …)

Martha

Der alte Mann betrat das Zimmer, mit Rosen in der Hand. „Hallo Martha, Liebes! Schau mal, ich habe dir Blumen mitgebracht“, sagte er mit seiner brüchigen Stimme. Er sah in Marthas verschlafene Augen. „Oh, hallo, Liebster.“, entgegnete sie, während sie ihre zittrige Hand langsam nach ihm ausstreckte. “Ich danke dir. Du warst schon immer ein echter Gentleman.“ Ihr müder Mund erwachte zu einem kleinen Lächeln. (mehr …)